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Autor Thema: Einschulung "Kann"-Kind  (Gelesen 12666 mal)
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Hanna
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« Antworten #10 am: 15. Dezember 2010, 00:29:11 »

Hallo fairy,

ja gerne. ich habe selbst auch gerade fürchterlichen Stress und dringende Aufgaben.
Nach Weihnachsten ist ruhiger.

Gestern waren wir bei einer Grundschule zum Test. Sie wollen mir nächste Woche mitteilen, falls sie mein Kind noch nicht für schulreif befinden. Ansonsten läuft die Anmeldung und ich bekomme im Januar Bescheid, ob sie dort eingeschult wird.
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Lola
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« Antworten #11 am: 16. Dezember 2010, 19:19:36 »

@ Hanna

Da bin ich ja gespannt, was heraus kommen wird. Wann hat Deine denn eigentlich Geburtstag und wann wäre der Stichtag?

Liebe Grüße,

Lola
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Du bautest eine exakte Welt...

... ich aber bin ein völliges Chaos!
Hanna
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« Antworten #12 am: 19. Dezember 2010, 00:11:28 »

Meine Tochter wird Anfang September sechs. Stichtag in Hamburg ist der 30.06. - alle, die  bis dahin sechs Jahre alt werden, sind Pflichtkinder und müssen in die Schule. Alle, die vom 01.07. bis zum 31.12. sechs Jahre alt werden, sind Kann-Kinder. Also eine ziemlich große Gruppe. Und jedes Jahr haben wieder X Eltern die Qual der Wahl.

Ein Hamburger Kann-Kind wäre aber in Berlin, Bayern, B-W ein Pflichtkind! Zurzeit geschieht eine Emtwicklung hin zur früheren Einschulung. Verbunden ist dies aber zugleich (in Berlin) mit höherer Förderung und der Abschaffung des Sitzenbleibens.
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fairy
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« Antworten #13 am: 07. Januar 2011, 09:49:26 »

Hallo Hanna,

nachdem ich die letzten zwei Wochen in meinem Urlaub damit verbracht habe in meinem Haus eine Wand zu ziehen,drei Zimmer umzuräumen,auszumisten und zu renovieren,meinen Keller nach übergelaufener Waschmaschine trocken zu legen,finde ich endlich mal die Zeit dir zu antworten.

Habe bei meiner Jüngsten Tochter damals auch überlegen müssen,ob ich sie früh einschulen lasse.Stichtag ist bei uns in BaWü 30.September und sie wurde am 10.Oktober sechs.
Sie konnte damals schon lesen und schreiben und hat teilweise die Rechenaufgaben ihrer Schwester in der dritten Klasse schneller gelöst als diese.
Auch war sie intellektuell ziemlich weit und eine "furchtbare"Quasselstrippe.Ich hatte Sorge,wenn ich sie ein Jahr länger warten lasse,dass sie dann noch weiter ist,sich fürchterlich langweilt und mit ihrem Redebedürfnis den Unterricht stört.
Es lief in der Grundschule auch sehr gut,sie kam gut mit,war auch stellenweise noch gefordert und sie war glücklich,in die Schule gehen zu dürfen.
Was aber von Anfang an auffiel,dass sie die Dinge,die ihr zugeflogen sind gerne gemacht hat,aber alles,wo sie lernen musste ignoriert hat.So hat sie z.B. nicht die Notwendigkeit gesehen,dass sie das Einmaleins eben auswendig lernen muss.Trotzdem hat sie sich irgendwie "durchgemogelt".

Ende der vierten Klasse hat sie auch eine Gymnasialempfehlung bekommen und auf das Gymnasium gewechselt.
Wir haben in BaWü den G8 und recht schnell hat sie in der fünften gemerkt,dass im Unterricht zuhören alleine nicht mehr reicht.Aber das hat leider nicht dazu gefürt,dass sie nun regelmässig freiwillig gelernt hat.War immer ein grosser Kampf und ich musste sie täglich dran erinnern,mich mit ihr hinsetzen,wofür mir die Zeit aber oft fehlt.
Nun ist sie Mitte der sechsten Klasse und es ist ziemlich sicher,dass sie das Klassenziel dieses Jahr wohl nicht erreicht.Inzwischen ist ihr klar,dass sie mehr tun müsste,aber sie hat den Anschluss verfehlt und ist nur noch frustriert.

Nach den Ferien habe ich ein weiteres Gespräch mit der Lehrerin um zu überlegen,wie es jetzt weiter geht.Meine Tochter möchte auf der Schule bleiben,da sie sich dort sehr wohl fühlt und wahrscheinlich wird sie freiwillig nach diesem Halbjahr in die fünfte zurückgehen.

Inzwischen denke ich,es wäre besser gewesen,ich hätte sie ein Jahr später gehen lassen.Dieses "verlorene"Jahr hätte sie dann lieber noch im Kindergarten geniesen können.Sicher weiss ich nicht,ob es dann anders gelaufen wäre,aber sie wäre halt doch nach dem Schulwechsel ein wenig reifer gewesen und hätte die Notwendigkeit zu lernen vielleicht eher gesehen.

Meine älteste Tochter konnte auch vor Schuleintritt schon lesen und schreiben.Sie ist November-Kind und kam damals mit fast sieben in die Schule,da ich beim ersten Kind noch nicht den Mut hatte,sie früh einschulen zu lassen.Sie hat die Grundschule aus dem Ärmel geschüttelt,sich des öfteren gelangweilt,leider auch eine Lehrerin gehabt,die sie nicht zusätzlich beschäftigt hat.Zum Glück war sie ein ruhiges Kind,das sich gut selber beschäftigen konnte.Als sie in die dritte kam und eine neue Lehrerin bekam,hat diese sehr bald gefragt,warum ich sie die zweite nicht überspringen lassen habe.Sie blieb aber in ihrer Klasse und hat die Grundschule ohne Probleme abgeschlossen.Musste allerdings auch nie lernen.

Nach der vierten hat sie selber entschieden freiwillig in den G8 zu wechseln,der damals bei uns noch nicht regulär war.Sie fand es verlockend ein Jahr früher Abi machen zu können.
Und hat nach einem halben Jahr recht schnell gemerkt,dass sie nun mit lernen anfangen sollte ;-)Mit ein paar Nachhilfestunden in Latein hat sie das auffangen können und der Rest der Schulzeit verlief problemlos.Letztes Jahr hat sie nun ihr Abi gemacht,anschliessend eine Ausbildung als Flugbegleiterin und wird nun die nächsten ein bis zwei Jahre die Welt bereisen,bevor sie mit dem Studium beginnt.

Meine zweitälteste kam als November-Kind mit fast sieben in die Schule,worüber ich froh war.Sie brauchte das.Grundschule lief problemlos,dann Wechsel ins Gymnasium.Sie war der erste reguläre G8-Jahrgang.Mitte der sechsten war sie nur noch frustriert und überfordert und hat auf die Realschule gewechselt.Lief kurzzeitig gut,dann kam ihre harte Null-Bock-Phase.Mitte der 9. hat sie in eine andere Realschule gewechselt und ist freiwillig nocheinmal in die 8. zurück.Und seither läuft es gut.Sie ist jetzt in der 10.und hat mehrere Ausbildungsplatzangebote,überlegt allerdings auch,ob sie nich noch das Abi macht.

Meine zweitjüngste ist als Junikind mit gerade sechs in die Schule gekommen.Grundschule problemlos,ist aber dann gleich freiwillig in die Realschule.Von Anfang an kein motivierter Lerner.letztes Jahr hat sie nun die 8. wiederholen müssen,hat dann auch die Realschule gewechselt.Bisher läuft es gut,da sie im Moment ja wiederholt.Sie ist stolz auf ihre guten Noten,allerdings im Moment auch auf privater Ebene mein Problemkind.Gerade ist sie in ihrer härtesten pubertären Phase und hat wirklich schon so ziemlich alles durch,was geht.Ich hoffe,dass sie da durch ist,wenn sie dann wieder verstärkt mit Lernen anfangen muss.


Nach meinen Erfahrungen würde ich glaube ich kein Kind mehr früh einschulen,ausser es ist erwiesenermassen hochbegabt.
Alerdings macht es natürlich auch einen Unterschied,wieviel Zeit und Möglichkeit man selber hat,um mit dem Kind zu lernen.
Mit vier Kindern und berufstätig,dazu ein sanierungsbedürftiges Haus,an dem ich in jedem Urlaub renovieren muss,hatte ich nie so viel Zeit,mit den Kindern zu lernen und muss gestehen,dass ich schon manches Mal den Überblick verloren hatte,wer mir schon lange keine Arbeit mehr gezeigt hat etc.Meine Kinder mussten eigentlich von Anfang an alleine mit ihren schulischen Dingen klar kommen.Klar,wenn sie mich darum gebeten haben,mit ihnen zu lernen,hab ich das gemacht,aber da mussten sie auf mich zukommen.Wenn sie ihre Arbeiten in den Kalender eingetragen haben,habe ich sie rechtzeitig ans Lernen erinnert,aber sie mussten sie eintragen.

So.Langer Roman.Aber vielleicht kann ich dir oder anderen dadurch ein wenig weiterhelfen,was die Entscheidungsfindung anbelangt.

Ganz liebe Grüße und ein glückliches und zufriedenes neues Jahr, Fairy

« Letzte Änderung: 07. Januar 2011, 09:50:58 von fairy » Gespeichert

Wann, wenn nicht endlich jetzt !?   Albert Einstein

Hanna
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« Antworten #14 am: 07. Januar 2011, 22:52:03 »

Hallo Fairy,

puh, ich bin beeindruckt. Vielen Dank für die ausführlichen Beschreibungen. Spontan würde ich sagen, meine Tochter kommt deiner jüngsten am nächsten. Allerdings kann sie bislang noch nicht schreiben oder lesen. Doch im Reden ist sie ganz groß. Und im Ignorieren ebenfalls. Sie hat stets sehr genaue Vorstellungen, was sie möchte und wie etwas zu sein hat. Neue Informationen behält sie meist ganz gut, viel lieber aber findet sie selbst etwas heraus.

Es kann also gut passieren, dass sie bei Inhalten, die sie nicht interessieren, einfach weghört. Ich kann mir vorstellen, dass sie den Schock über das rauere Fahrwasser beim Eintritt in die weiterführende Schule gut verkraftet, weil sie selbstsicher ist. Ob sie aber einsieht, dass man sich auch die weniger beliebten Inhalte antrainieren muss, weiß ich nicht so recht. Und ich glaube, auch im Hinblick darauf, was du schriebst, dass es noch ziemlich lange dauern kann, bis die Kinder einsehen, dass gute Schulabschlüsse wirklich wichtig sind.

Daher bin ich nicht sicher, ob diese Einsicht garantiert ist, wenn man noch ein Jahr wartet. Was fürs Abwarten spricht, ist für mich zurzeit eher das Verhältnis zu den anderen Kindern. Meine Tochter hat immer gern mit größeren Kindern gespielt. Seit einiger Zeit aber erlebe ich häufiger, dass sie mit ihrer bestimmenden Art bei denen nicht mehr landen kann - Sechsjährige lassen sich halt von einer Fünfjährigen nicht mehr so fraglos anführen. So sind jetzt mehr Vierjährige ihr Team. Ich vermute mal, dass diese Komponente zumindest partiell in der Schulzeit wesentlicher sein wird als das Mithalten beim Schulstoff.

Jetzt im Januar werden uns die ersten Rückmeldungen der Schulen ereilen, an denen ich das Kind angemeldet habe. Es gibt eigentlich nur eine Schule, die einen etwas geschützteren Rahmen bietet, an der ich mir die vorzeitige Einschulung sehr gut vorstellen könnte. Aber dort haben sich mehr als doppelt so viele Kinder angemeldet als es Plätze gibt ... dort gibts weder Noten noch Sitzenbleiben.
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